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Die Heimkehr

Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um.
Es ist dunkel, und riecht nach vermodertem Dachboden. Die Fenster sind verdunkelt und nur durch einen kleinen Schlitz dringen vereinzelt Lichtstrahlen.
In meinem Kopf sehe das Zimmer als es noch bunt und voller Leben war.
Jetzt liegt fingerdick der Staub auf dem selbstbemalten Kasten. Die Farben wirken müde und platt.
Der Ohrenstuhl steht noch immer in der selben dunkeln Ecke, wie gern hätte ich mich darauf gesetzt und genau wie früher auf ihrem Schoß eingerollt.
Der Plastiküberzug, der seit dem Tag darauf geworfen war, hielt mich davon ab.
Neben dem Bett, auf dem Nachschrank steht noch das Wasserglas für die Nacht, weil die Luft im Zimmer doch immer so trocken war.
 Ich schreite näher zum Bett, und hebe das weiße Kissen an. Ein unbenutztes Nachthemd ist darunter.
Die verblassten Erinnerungen der durchweinten Nächte die ich auf dem Sofa in der Zimmerecke verbracht habe überkommen mich wie die Übelkeit nach altem Fisch.
Die Stricknadeln, die, als wäre nicht ein Tag vergangen auf der Kommode liegen, machen wie von selbst das beinah mechanische Geräusch. Socken, da bin ich sicher.
Der Schaukelstuhl wippt leicht, vielleicht war es der Wind.
Ich dreh mich zur Tür, um das Zimmer zu verlassen, für immer heute. Als ich mich umblicke, scheint es mir als höre ich sie die Geschichte von dem tapferen Schneiderlein erzählen.

eleonora

1.10.07 16:56


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